Fehlerkorrektur: wie viel ein QR-Code verlieren darf
Ein QR-Code hält aus, dass ein Teil von ihm fehlt. Kratzer, ein Fleck, ein Logo mitten drauf, eine Falte im Flyer: Bis zu einer bestimmten Grenze liest die Kamera ihn trotzdem. Wo diese Grenze liegt, stellst du im Generator ein, in vier Stufen von 7 bis 30 Prozent. Hier steht, was die Stufen bedeuten, was sie kosten, gemessen an echten QR-Codes, und wann welche die richtige ist.
Was Fehlerkorrektur ist
Ein QR-Code speichert nicht nur den Inhalt, sondern zusätzlich Prüfdaten, aus denen sich fehlende oder beschädigte Teile zurückrechnen lassen. Das Verfahren dahinter stammt aus den 1960er Jahren und steckt auch in CDs und im Satellitenfunk. Für den QR-Code heißt es: Von den kleinen Quadraten, den Modulen, darf ein Anteil unlesbar sein, und der Scanner rekonstruiert den Rest.
Wie groß dieser Anteil ist, legt die Stufe fest. Der Prozentwert nennt den Anteil des QR-Codes, der fehlen oder falsch sein darf. Alles darunter liest die Kamera, als wäre nichts passiert. Alles darüber liest sie gar nicht, es gibt keinen halben Erfolg.
Das ist der Grund, warum ein Logo in der Mitte überhaupt geht: Es deckt Module ab, und die Fehlerkorrektur ersetzt sie. Und es ist der Grund, warum ein QR-Code auf der Verpackung nach einem Kratzer noch funktioniert.
Die vier Stufen
Der Generator bietet vier Stufen, benannt nach dem Anteil, der ausfallen darf. Die Vorgabe ist Mittel, und für die meisten Drucke bleibt es dabei.
- Niedrig, 7 Prozent: nur für saubere Umgebungen und große QR-Codes, praktisch nur am Bildschirm
- Mittel, 15 Prozent: die Vorgabe, richtig für Aufsteller, Karten und Flyer, die sauber bleiben
- Erhöht, 25 Prozent: für draußen, für Dinge, die angefasst werden, für Feuchtigkeit und Staub
- Hoch, 30 Prozent: für Logos im QR-Code, für Karton, Fahrzeug und Tafel, für alles, was Kratzer bekommt
Was eine Stufe kostet, gemessen
Mehr Reserve heißt mehr Prüfdaten, und die brauchen Platz. Derselbe Inhalt ergibt bei höherer Stufe einen QR-Code mit mehr Modulen je Seite. Bei gleicher Druckgröße wird jedes Modul kleiner, und der QR-Code braucht mehr Kantenlänge für denselben Scanabstand. Wir haben es mit der Bibliothek des Generators nachgemessen, jeweils die kleinste Codegröße, die den Inhalt fasst:
- Kurze Adresse mit 24 Zeichen: 25 Module je Seite bei Niedrig und Mittel, 29 bei Erhöht und Hoch
- Adresse mit 43 Zeichen: 29 bei Niedrig, 33 bei Mittel und Erhöht, 37 bei Hoch
- Visitenkarte mit Name, Firma, Telefon, E-Mail, Website und Anschrift: 53 bei Niedrig, 61 bei Mittel, 69 bei Erhöht, 81 bei Hoch
Bei kurzem Inhalt kostet eine Stufe fast nichts. Bei einer Visitenkarte kostet der Sprung von Mittel auf Hoch ein Drittel mehr Kantenlänge.
Wann welche Stufe
Entscheidend sind zwei Fragen: Was passiert mit dem QR-Code, nachdem er gedruckt ist, und wie viel Platz hat er. Ein Aufsteller im Café bleibt sauber und steht nah, ihm reicht Mittel. Eine Tafel am Wanderweg bekommt Regen, Vogeldreck und einen Aufkleber vom Ferienlager, sie braucht Hoch. Ein Karton wird gestapelt, geschoben und mit Klebeband verschlossen, Hoch. Ein Fahrzeug fährt durch Salz und Streusplitt, Hoch.
Niedrig ist fast nie die richtige Wahl. Was sie gegenüber Mittel an Platz spart, zeigt die Messung oben: bei einer kurzen Adresse kein einziges Modul, bei 43 Zeichen vier je Seite. Die fehlende Reserve merkt man dagegen beim ersten Fingerabdruck. Am Bildschirm, wo nichts beschädigt wird, ist Mittel trotzdem nicht teurer.
Erhöht ist die Stufe für den Zweifel: draußen, aber überdacht. In der Werkstatt, aber nicht am Boden. Auf Papier, das in der Hand knickt.
- Tisch, Tresen, Rechnung, Visitenkarte, Flyer: Mittel
- Schaufenster, Wartezimmer, Aushang unter Glas: Mittel, bei viel Sonne Erhöht
- Fahrzeug, Karton, Bauzaun, Tafel im Freien: Hoch
- Jeder QR-Code mit Logo: Hoch, der Generator stellt das selbst ein
Das Logo frisst die Reserve
Sobald du ein Logo einsetzt, schaltet der Generator auf Hoch, ohne zu fragen. Das Logo nimmt rund ein Drittel der Kantenlänge ein, das entspricht etwa einem Neuntel der Fläche, und die Punkte darunter werden ausgeblendet. Von den 30 Prozent Reserve verbraucht das Logo also rund elf. Es bleiben knapp zwanzig für Kratzer, Schmutz und schlechtes Licht.
Wer das Logo größer zieht, nimmt von dieser Reserve. Bei einem Viertel der Fläche ist sie fast aufgebraucht, und der QR-Code funktioniert nur noch sauber und frontal. Deshalb gilt: Logo einfach halten, nicht vergrößern, und einen QR-Code mit Logo nicht dorthin hängen, wo er leidet.
Draußen und auf Verpackungen heißt das oft: Logo weglassen. Der QR-Code ist dann kleiner, hat die volle Reserve und wird auch nach einem Winter noch gelesen. Das Logo steht daneben, nicht drin.
Logo und Kratzer teilen sich dieselben 30 Prozent. Wo Kratzer sicher sind, gehört das Logo neben den QR-Code.
Was Fehlerkorrektur nicht rettet
Die Korrektur ersetzt fehlende Daten. Sie ersetzt nicht, was die Kamera braucht, um den QR-Code überhaupt zu finden: die drei großen Eckquadrate und den hellen Rand ringsum. Ein Kratzer durch ein Eckquadrat oder ein Logo, das über den Rand ragt, macht den QR-Code unlesbar, egal welche Stufe eingestellt ist.
Sie hilft auch nicht bei zu wenig Kontrast. Ein hellgrauer QR-Code auf Weiß fehlt nicht zu 30 Prozent, er fehlt zu 100 Prozent, weil die Kamera keine Punkte erkennt. Und sie hilft nicht bei einer spiegelnden Oberfläche, die im Sonnenlicht die Hälfte des QR-Codes weiß macht. Dagegen helfen matte Folie und dunkle Punkte, nicht mehr Reserve.
Und sie korrigiert keinen Inhalt. Eine falsch getippte Adresse wird mit jeder Stufe gleich zuverlässig zur falschen Seite führen.
So findest du die richtige Stufe
Fang bei Mittel an, das ist die Vorgabe. Kommt der QR-Code nach draußen oder auf etwas, das angefasst wird, stell auf Erhöht. Bekommt er ein Logo, stellt der Generator auf Hoch. Dann drucken und mit zwei Geräten testen, wie im Ratgeber zum Testen beschrieben.
Liest ein Gerät und das andere nicht, liegt der QR-Code an der Grenze: eine Stufe hoch, neu drucken, noch einmal testen. Wird der QR-Code dadurch für seinen Platz zu dicht, gibt es zwei Auswege: den Inhalt kürzen, etwa eine kürzere Adresse oder weniger Felder in der Visitenkarte, oder den Druck vergrößern. Die Stufe zu senken, um Platz zu sparen, ist der Weg, der später den Nachdruck kostet.
Den QR-Code kostenlos generieren.
Eintragen, gestalten, herunterladen. Alles in deinem Browser, nichts wird hochgeladen.
Häufige Fragen.
Ist Hoch immer die sichere Wahl?
Nein. Hoch macht den QR-Code dichter, bei einer Visitenkarte um ein Drittel je Seite. Bei gleicher Druckgröße werden die Module kleiner, und ein zu dichter QR-Code aus dem Abstand ist genauso unlesbar wie ein beschädigter. Für saubere Drucke in Reichweite ist Mittel richtig.
Warum stellt der Generator bei einem Logo auf Hoch?
Weil das Logo Module verdeckt, und zwar rund ein Neuntel der Fläche. Nur die Stufe Hoch mit 30 Prozent Reserve lässt danach noch genug übrig für Kratzer und Schmutz. Mit Mittel wäre die Reserve durch das Logo allein schon fast aufgebraucht.
Rettet Hoch einen halb abgerissenen QR-Code?
Es kommt darauf an, was fehlt. Fehlen bis zu 30 Prozent der Datenmodule, ja. Fehlt eines der drei Eckquadrate oder der Rand, nein, dann findet die Kamera den QR-Code nicht. Ein Riss durch die Mitte ist oft harmlos, ein Riss durch die Ecke ist das Ende.
Welche Stufe für einen QR-Code, der nur am Bildschirm gezeigt wird?
Mittel. Niedrig würde ein paar Module sparen, die am Bildschirm niemand sieht, und ein Bildschirm hat Spiegelungen und Fingerabdrücke. Mittel kostet dort nichts und nimmt beides mit.



